Wie das neue Jahr nicht begann
Januar 3, 2009
Hallo.
Der Eine oder Andere von Euch wird sich gefragt haben, was wir Hagedorns eigentlich in der kritischen Zeit um Weihnachten und Neujahr so gemacht haben.
Nun, wir waren ein bisschen mit dem Weihnachtsmann und seiner S-Bahn unterwegs. So ist das nunmal mit Leuten, die etwas verbindet; und sei es auch nur der Umstand, dass viele Leute von dir glauben, es gebe dich in Wirklichkeit gar nicht.
Der Weihnachtsmann ist aber ein ganz okayer Typ, wie ich finde. Allein die Tatsache, dass er "Die Öffentlichen" nutzt, macht ihn mir sympathisch. Andersrum wächst mir die S-Bahn nicht unbedingt stärker ans Herz, nur weil der Weihnachtsmann mit ihr seine Waren transportiert.
Grundsätzlich ist mir die S-Bahn, die zur Deutschen Bahn gehört, eher suspekt. Das kommt nicht von Ungefähr. Zum Beispiel machen mich Plakate wie diese stutzig:
Abb.1 S-Bahn Plakat
Hier denkt man sich zunächst: "Ah ja! Interessant! Ein Unternehmen, dem sogar die Tagger Respekt zollen, indem sie seine Plakate nicht komplett zuschmieren!"
So wird man neugierig und erwägt sogar, einmal eine Stadtrundfahrt durch unsere an Sehenswürdigkeiten leider sehr arme Hauptstadt zu unternehmen. Mit der Panorama-S-Bahn, versteht sich.
Abb.2 Sightseeingwerbung der Bahn
Aber bei genauerem Hinsehen merkt man dann doch leider schnell, dass man hier Gefahr läuft, einem Schwindel aufzusitzen, denn Vieles an dem Plakat ist offensichtlich gefälscht, oder retuschiert:
- Eine Hauptstadt, in der es keine Sehenswürdigkeiten gibt, hat auch keine Orte, die das gleichzeitige Interesse einer ganzen Ladung Touristen auf sich ziehen könnten. Das täte nicht einmal ein Raketenangriff auf die US-Botschaft oder ein Auftritt von Mario Barth.
- Es sind nicht die Freundinnen sondern die Männer, die mit der Video-Kamera uninteressante Dinge aufzeichnen, nur damit sie sie nicht live erleben müssen.
- Niemand hat eine S-Bahn jemals so leer erlebt. Die Fahrgäste im Gang und zwischen den hier sitzenden sind geschickt wegretuschiert worden!
- Mit nackten Fingern zeigt man nicht auf angezogene Leute! Nicht einmal in der S-Bahn! Und dass ausgerechnet der grau melierte Herr vorne im Bild rein zufällig über den berühmten Röntgenblick verfügt, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln …
- … zumal der Mann, auf den da gezeigt wird, unverkennbar Mahmud Ahmadinedschad ist, immerhin der iranische Staatspräsident! Ihm ist eine solche S-Bahn-Tour aber absolut nicht zuzutrauen. Also: frech reinkopiert!
- Man kann niemals eine Panorama-S-Bahn von außen beobachten, wenn man selbst in einer sitzt! Auf dieser Abbildung tun die Fahrgäste dies aber. Das läuft nicht nur dem offiziellen Panorama-S-Bahn-Fahrplan zuwider, sondern auch der Heysenburgschen Verschärftheitsrelation, derzufolge eine S-Bahn umso verspäteter ankommt, je unpünkticher sie ist.
Abb.3 Die so genannte "Panorama-S-Bahn"
Aber im neuen Jahr wird ja vielleicht alles besser.
Tobias
Hallo.
Alles redet mal wieder vom Weihnachtsmann aber kaum einer hat ihn jemals gesehen, geschweige denn zu einem Kaffee eingeladen oder zu einem Bier.
Gestern hatte ich die Ehre und das Vergnügen, ihn immerhin zu Gesicht zu bekommen, wenn auch nur kurz und aber in einer dafür umso intensiveren Situation!
Was mich dabei zunächst sehr erstaunt hat: Er ist offenbar von seinem Schlitten (vermutlich Opel) auf eine S-Bahn umgestiegen und beweist damit ein gutes Gespür für den Zeitgeist. Aber Klimawandel und Finanzkrise können ihm ja wohl auch kaum egal sein, da oben im hohen Norden.
Abb.1 Weihnachtsmann in seinem Weihnachtszug
Und freundlich ist er auch, der Weihnachtsmann. Das weiß man, aber man kann es nicht oft genug betonen. Mit seinen Geschenken hat er seit je her nicht nur verdienstvolle Banker und Volkswirte bedacht sondern eben auch das Fußvolk, das sich ja eigentlich um überhaupt nichts verdient macht. Da werden Kinder von denkleistungsmäßig stark eingeschränkten Mitbürgern, die ALG2 beziehen fast ebenso reich mit Unterhaltungselektronik beschenkt wie die Sprösslinge eines RWE-Vorstandsmitglieds nach dem Frühstück.
Er beschenkt sogar Alkoholiker mit Alkoholika! Und zwar sogar noch dann, wenn diese sich schon vorher nehmen, was ihnen sowieso zukommen soll (was sie natürlich nicht wissen, weil das weihnachtliche Schenken auch immer ein Akt der Überraschung ist).
Abb.2 Dreister HartzIV-Empänger stiehlt dem Weihnachtsmann einen Kasten Bier am hellichsten Tag!
So gesehen ist das Geschäft des Weihnachtsmanns kaum zu unterscheiden von dem eines Finanzministers, der Steuergeschenke machen will, aber ständig von Steuerhinterziehern beraubt wird und dann aber trotzdem weiter schenkt.
Aber glücklicherweise ist wenigstens so ein Finanzminister schwer vorstellbar.
Tobias
Energiespartipp!
Dezember 3, 2008
Hallo.
Heute mal ein Energiespartipp von mir:
Wer wissen will, wie man ohne hohe Temperaruren selbst stark verschmutzte Berufskleidung, Oberhemden und Haushaltswäsche sauber und sogar gebügelt bekommt, der sollte mal bei der Feinwäscherei Lange nachfragen.
Ich für meinen Teil war jedenfalls regelrecht geplättet, als ich sah, dass die das trotz eines Mangels an Heißem schaffen.
Abb.1 Feinwäscherei Lange
Möglicherweise wäscht man hier aber auch einfach nur sehr lange.
Erika.
Trendsport 2009: Trinkschach
November 26, 2008
Hallo.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht sehr sportbegeistert bin. Fußball, Tennis, Joggen, Playstation – all das interessiert mich so wenig wie ich es praktiziere. Selbst die Alternativsportarten Kampftrinken und Schachboxen haben mich nie gereizt. Einzig und allein dem Trinkschach kann ich etwas abgewinnen. Und das auch nur dann, wenn ich ohnehin vorhabe, mal einen zu heben, oder mal wieder Geld brauche. Denn beim Trinkschach wird um Geld gespielt!
Normalerweise gehe ich zum Trinkschach in das Neuköllner Trinkschachzentrum der Neuköllner Trinkschacherer e.V.
Das ist ein ganz netter Club mit angenehmer Atmosphäre.

Abb.1 Flur des Neuköllner Trinkschachzentrums
Das letzte Duell am Sonntag hatte ich mit Udo „drin-King“ Dresenklöver, ein starker Trinkschachspieler, der mich bisher aber glücklicherweise noch nicht schlagen konnte. Man sieht ihn hier kurz vor dem Spiel vor der Bar im Wettkampfzimmer.

Abb.2 Udo „drin-King“ Dresenklöver
Udo bevorzugt roten Wein, ich hingegen einen starken Wodka. Der wirkt schneller und zuverlässiger und so kann ich mein Handicap vorher präziser abschätzen, was mir schon mal einen strategischen Vorteil bietet.
Diesmal ging es um einhundert Kronen. Man muss wissen, dass im Trinkschach wegen König und Dame als Hauptspielfiguren dieses Geld als offizielle Währung für Preisgelder festgelegt wurde.

Abb.3 Preisgeld
Das Sympathische am Trinkschach ist, dass es kaum ein Verbot leistungssteigernder Maßnahmen gibt. Schließlich ist das Trinken vor und während des Trinkschachduells ja nun leistungsmindernd genug! Und im Gegenteil sogar macht der Erfindungsreichtum und die Phantasie bei der Wahl von Mitteln, die einen möglichst großen Vorteil gegenüber dem Gegner versprechen, die eigentliche Herausforderung bei diesem immer beliebteren Sport aus.
Für das Duell gegen Udo habe ich mir z.B. unter anderem diese Rechentafel zur Seite genommen. So konnte ich besser kalkulieren, mit welchem Promillegehalt wir gegeneinander spielten.

Abb.4 Trinkschachtabelle
Weiterhin entscheidend ist, dass ein Hilfsmittel nur für ein, und genau ein Spiel eingesetzt werden darf! Das erfordert besonderen Erfindungsreichtum und gleichzeitig gutes Antizipieren der Wirksamkeit dieses Hilfsmittels. So wird kreatives Bescheißen trainiert!
Ich hatte mir diesmal also auch eine extrem kontrastmindernde Spezialbrille mitgenommen, die mich vor dem verwirrenden Anblick schütze, der einem fieserweise absichtlich geboten wird, wenn man im Trinkschachzentrum während eines Duells die Toilette aufsuchen muss, was logischerweise sehr häufig passiert.

Abb.5 Trinkschachpissoir
Letztlich gewann ich dieses Spiel gegen Udo aber hauptsächlich mit einer kleinen, blauen Schachtel.

Abb.6 Schach-tel
Sie beinhaltete zwei Kugeln, die den normalen Schachfiguren Einiges voraus haben:
- Sie können sich in noch mehr Richtungen bewegen als die Dame.
- Sie können wie beim Bowling mehrere Figuren auf einmal schlagen.
- Sie können nicht umkippen.

Abb.7 Schachkugeln
Mit diesen Kugeln – es reichte genau genommem eine – konnte ich das Siel sehr früh für mich entscheiden, denn Udo hatte dem nichts entgegenzusetzen. Siegesgewiss pochte er einfach auf die Qualität des eingesetzten Weines von der Krim, was früher schon mal richtig Punkte bringen konnte, im modernen Trinkschach aber nicht mehr ausreicht.
Tobias
Warum die Bahn privat werden will
November 13, 2008
Hallo.
Die Bahn (zu der ja auch die S-Bahn gehört) möchte etwas privater werden, wie man weiß. Das Unternehmen will sich am Markt besser positionieren und neue Produkte anbieten.
Zum Beispiel Immobilien: Von denen hat die Bahn ja reichlich auf ihren Bahnhöfen. Nur haben da bisher immer dieser Bahnhofswärter drin rumgelungert, die dafür auch noch bezahlt werden wollten! Dabei lassen sich die Objekte auch prima am freien Wohnungsmarkt anbringen.
Am S-Bahnhof Griebnitzsee lässt sich dieser hübsche kleine Bungalow mit viel Privatsphäre bestaunen oder sogar mieten:

Abb.1 Bahnhofsbungalow Griebnitzsee
Allerdings bieten die Räumlichkeiten nicht sehr viel Platz und so ist u.a. die Installation einer Innentoilette nicht möglich. Das Außenklo ist dafür aber umso pfiffiger gestaltet:
- farblich in coolem Anthrazit statt kühlem Weiß gehalten
- Klodeckel abschließbar (z.B. gegen Benutzung durch unbefugte Bahngäste)
- XXL-Size auch für dicke Menschen
- schräge Sitzfläche – man kann lässig angelehnt Stuhlgang haben
- elektrische Hochleistungsspülung (links)

Abb.2 Außenklo des Bahnhofsbungalows
Und auch an ein Außentelefon hat man gedacht! So hat man wieder mehr Platz z.B. für Faxgeräte.
Top-Features:
- drei Kurzwahltasten
- keine Möglichkeit, andere Nummern zu wählen, die nur unnötig Gebühren verursachen würden
- „Randale-Protection“ gegen marodierende Studenten aus Babelsberg
- Design

Abb.3 Außentelefon
Also: Schnell zuschlagen, wer eine günstige Bude mit sehr guter Verkehrsanbindung sucht und wen die Friedhofsstille einer Hinterhofwohnung in Prenzlauer Berg depressiv macht.
Tobias
Behindertenfeindlichkeit in der Werbung
November 11, 2008
Hallo.
Wenn sich die Werbung über Blinde (auch wenn sie noch so gut aussehen) lustig macht und sie zum Sehtest schicken will, dann hört hier der Spaß für mich auf!
Abb.1 Blinde in der Werbung
Tobias
Die Welt wir dimmer verrückter!
November 8, 2008
Hallo.
Neu lichim Bau Haus Habicht ollerweise da shiere ntdeckt:

Abb.1
Da släs stunsh offen, bal deines prachefre ivon soko mischen Konvent Ionen zuha benwi ewort tren nung.
Tobi As
Fancy Trashmetal-Mode-Hype!
November 3, 2008
Hallo.
Gestern auf einer Modenschau gewesen.
War schau gewesen.
Aber in Berlin.
Ich fand ja schon immer, die Leute machen es sich mit ihrer Kopfbedeckung zu leicht, aber die neue Hutmode hat mir gefallen.
Metal!
Abb.1 Hutmodell "Corsa"
Ist doch besser, wenn die stinkigen Kisten nicht mehr die Atmosphäre verpesten sondern schön stylish die Perücke ersetzen, oder?
Erika
Es wird eine neue Mauer gebaut
November 1, 2008
Hallo.
Neulich bin ich auf dem Weg in den Grunewald (Haschpilzesammeln) dort vorbei gekommen, wo derzeit die neue Mauer errichtet wird.
Sie wird zukünftig nicht Kapitalisten und Imperialisten vor Arbeitern und Bauern schützen, sondern die Bewohner der „Ersten Adresse Berlins“ vor dem gemeinen Bahnvolk, das z.B. aus Mitte kommend, sich in der S-Bahn nach der Medienstadt Babelsberg drängt.

Abb.1 So sieht die neue Mauer aus.
Die Mauer selbst wird viel höher und imposanter sein als ihr Vorbild aus den Sechzigerjahren. Man kann wohl deswegen auf Wachtürme und Selbstschussanlagen verzichten. Auch hat man mir versichert, es sei keine Verminung des Geländes geplant.
Ob es eine so vielbesuchte Touristenattraktion wie damals die Berliner Mauer sein wird, bleibt abzuwarten aber nicht zu hoffen.
Tobias
Wie lebendig lässt sich eine Schrippe belegen?
Oktober 28, 2008
Hallo!
Neulich hatte ich ausnahmsweise mal Appetit auf eine belegte Schrippe. Ich ging also zum nächsten Bäckereigeschäft und schaute, was man denn so in der Richtung anzubieten hatte.
Es gab appetitlich aussehende, mit toter Salami (Pferd), toter Gurke (Spreewald), toter Butter (trotzdem frisch) und totem Schnittlauch (grässlich verstümmelt) belegte Schrippen für kleines Geld:
Abb.1 Letzte Ruhestätte Schrippe
Mir ist durchaus bewusst, dass die Salami auf meiner Schrippe wohl nicht mehr (und hoffentlich noch nicht wieder) am Leben ist und ich begrüße das auch sehr. Muss denn aber wirklich so explizit auf diese Selbstverständlichkeit aufmerksam gemacht werden, indem das auf das Preisschildchen geschrieben wird?
Tobias