Dezember 15, 2008

Hallo.

Alles redet mal wieder vom Weihnachtsmann aber kaum einer hat ihn jemals gesehen, geschweige denn zu einem Kaffee eingeladen oder zu einem Bier.

Gestern hatte ich die Ehre und das Vergnügen, ihn immerhin zu Gesicht zu bekommen, wenn auch nur kurz und aber in einer dafür umso intensiveren Situation!

Was mich dabei zunächst sehr erstaunt hat: Er ist offenbar von seinem Schlitten (vermutlich Opel) auf eine S-Bahn umgestiegen und beweist damit ein gutes Gespür für den Zeitgeist. Aber Klimawandel und Finanzkrise können ihm ja wohl auch kaum egal sein, da oben im hohen Norden.

Abb.1 Weihnachtsmann in seinem Weihnachtszug

Und freundlich ist er auch, der Weihnachtsmann. Das weiß man, aber man kann es nicht oft genug betonen. Mit seinen Geschenken hat er seit je her nicht nur verdienstvolle Banker und Volkswirte bedacht sondern eben auch das Fußvolk, das sich ja eigentlich um überhaupt nichts verdient macht. Da werden Kinder von denkleistungsmäßig stark eingeschränkten Mitbürgern, die ALG2 beziehen fast ebenso reich mit Unterhaltungselektronik beschenkt wie die Sprösslinge eines RWE-Vorstandsmitglieds nach dem Frühstück.

Er beschenkt sogar Alkoholiker mit Alkoholika! Und zwar sogar noch dann, wenn diese sich schon vorher nehmen, was ihnen sowieso zukommen soll (was sie natürlich nicht wissen, weil das weihnachtliche Schenken auch immer ein Akt der Überraschung ist).

Abb.2 Dreister HartzIV-Empänger stiehlt dem Weihnachtsmann einen Kasten Bier am hellichsten Tag!

So gesehen ist das Geschäft des Weihnachtsmanns kaum zu unterscheiden von dem eines Finanzministers, der Steuergeschenke machen will, aber ständig von Steuerhinterziehern beraubt wird und dann aber trotzdem weiter schenkt.

Aber glücklicherweise ist wenigstens so ein Finanzminister schwer vorstellbar.

Tobias

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