Hallo.
Alles redet mal wieder vom Weihnachtsmann aber kaum einer hat ihn jemals gesehen, geschweige denn zu einem Kaffee eingeladen oder zu einem Bier.
Gestern hatte ich die Ehre und das Vergnügen, ihn immerhin zu Gesicht zu bekommen, wenn auch nur kurz und aber in einer dafür umso intensiveren Situation!
Was mich dabei zunächst sehr erstaunt hat: Er ist offenbar von seinem Schlitten (vermutlich Opel) auf eine S-Bahn umgestiegen und beweist damit ein gutes Gespür für den Zeitgeist. Aber Klimawandel und Finanzkrise können ihm ja wohl auch kaum egal sein, da oben im hohen Norden.
Abb.1 Weihnachtsmann in seinem Weihnachtszug
Und freundlich ist er auch, der Weihnachtsmann. Das weiß man, aber man kann es nicht oft genug betonen. Mit seinen Geschenken hat er seit je her nicht nur verdienstvolle Banker und Volkswirte bedacht sondern eben auch das Fußvolk, das sich ja eigentlich um überhaupt nichts verdient macht. Da werden Kinder von denkleistungsmäßig stark eingeschränkten Mitbürgern, die ALG2 beziehen fast ebenso reich mit Unterhaltungselektronik beschenkt wie die Sprösslinge eines RWE-Vorstandsmitglieds nach dem Frühstück.
Er beschenkt sogar Alkoholiker mit Alkoholika! Und zwar sogar noch dann, wenn diese sich schon vorher nehmen, was ihnen sowieso zukommen soll (was sie natürlich nicht wissen, weil das weihnachtliche Schenken auch immer ein Akt der Überraschung ist).
Abb.2 Dreister HartzIV-Empänger stiehlt dem Weihnachtsmann einen Kasten Bier am hellichsten Tag!
So gesehen ist das Geschäft des Weihnachtsmanns kaum zu unterscheiden von dem eines Finanzministers, der Steuergeschenke machen will, aber ständig von Steuerhinterziehern beraubt wird und dann aber trotzdem weiter schenkt.
Aber glücklicherweise ist wenigstens so ein Finanzminister schwer vorstellbar.
Tobias
Warum die Bahn privat werden will
November 13, 2008
Hallo.
Die Bahn (zu der ja auch die S-Bahn gehört) möchte etwas privater werden, wie man weiß. Das Unternehmen will sich am Markt besser positionieren und neue Produkte anbieten.
Zum Beispiel Immobilien: Von denen hat die Bahn ja reichlich auf ihren Bahnhöfen. Nur haben da bisher immer dieser Bahnhofswärter drin rumgelungert, die dafür auch noch bezahlt werden wollten! Dabei lassen sich die Objekte auch prima am freien Wohnungsmarkt anbringen.
Am S-Bahnhof Griebnitzsee lässt sich dieser hübsche kleine Bungalow mit viel Privatsphäre bestaunen oder sogar mieten:

Abb.1 Bahnhofsbungalow Griebnitzsee
Allerdings bieten die Räumlichkeiten nicht sehr viel Platz und so ist u.a. die Installation einer Innentoilette nicht möglich. Das Außenklo ist dafür aber umso pfiffiger gestaltet:
- farblich in coolem Anthrazit statt kühlem Weiß gehalten
- Klodeckel abschließbar (z.B. gegen Benutzung durch unbefugte Bahngäste)
- XXL-Size auch für dicke Menschen
- schräge Sitzfläche – man kann lässig angelehnt Stuhlgang haben
- elektrische Hochleistungsspülung (links)

Abb.2 Außenklo des Bahnhofsbungalows
Und auch an ein Außentelefon hat man gedacht! So hat man wieder mehr Platz z.B. für Faxgeräte.
Top-Features:
- drei Kurzwahltasten
- keine Möglichkeit, andere Nummern zu wählen, die nur unnötig Gebühren verursachen würden
- „Randale-Protection“ gegen marodierende Studenten aus Babelsberg
- Design

Abb.3 Außentelefon
Also: Schnell zuschlagen, wer eine günstige Bude mit sehr guter Verkehrsanbindung sucht und wen die Friedhofsstille einer Hinterhofwohnung in Prenzlauer Berg depressiv macht.
Tobias
Wie Nachbarn wirklich drauf sind
September 24, 2008
Hallo.
Wenn ich aus dem Küchenfenster blicke, schau ich direkt auf das Schlafzimmerfenster unserer Nachbarn.
Nun ist dies an sich nichts Ungewöhnliches, aber gestern musste ich auf einmal feststellen, dass aus diesem Schlafzimmerfenster ein merkwürdiger Schlauch hing.

Abb.1 Schlauch „Rezzo Azzuro“
Fragen wie „Welche Flüssigkeiten wollen da abgeleitet werden?“ oder „Kann man sich nicht auch mal ein bisschen einschränken?“ drängten sich mir sofort auf.
Da ich durch bloße Betrachtung des Schlafzimmerfensters mit Schlauch aber nicht hinter das Geheimnis dieser Merkwürdigkeit kommen wollte, klingelte ich irgendwann bei den Nachbarn und man zeigte mir die Schlauchanordnung von Innen und in ihrer Gänze.

Abb.2 Absaugvorrichtung
Die hielten es doch tatsächlich für opportun, sich im Schlafzimmer sowohl ein WC als auch ein Waschbecken, wie auch eine Waschmaschine und eine Badewanne zu installieren!
Dass sowas nicht auf Anhieb klappen kann, sollte jedem denkenden Menschen schon im Voraus klar sein; nicht so aber unseren Nachbarn.
Kein Schlafzimmer dieser Welt verfügt über die nötige Anbindung an die Wasseradern seines Hauses. Da half es den Nachbarn auch nicht, zwei Meter Fallrohr dahin zu bauen. Wenn es nirgendwo hinführt, dann kann es noch so modern aussehen – es bringt nichts.
Da weder WC noch Waschbecken über Wasseranschluss verfügen, hat man sich gedacht, dass man sich wegen des verminderten Wasseraufkommens auch Abwasserseitig mit einer Kompromisslösung begnügen kann – der Absauganlage.
Sie saugt die Fäkalien und das wenige aus einer Karaffe stammende Handwaschwasser ab und leitet alles auf dem schnellsten Weg ins Freie. In diesem Fall ist das natürlich der Hinterhof, erreichbar durch das Schlafzimmerfenster.
Ich persönlich halte diese Lösung für suboptimal, zumal die Waschmaschine so noch gar nicht in Betrieb zu nehmen ist.
Vielleicht hätte man auch besser meinen Vater konsultiert. Vielleicht aber auch nicht.
Tobias
Die Charlottenburger Syndikate
September 18, 2008
Hallo.
Leute, die Charlottenburg nicht kennen, haben viele Vorurteile gegen unseren Bezirk.
Hier ein schönes Beispiel:
Als wir an diesem Haus vorbei gingen versuchte mir ein Kumpel aus Friedrichshain weiszumachen, dass hier Zahnarzt, Friseur und Spielcasino unter einer Decke stecken.
Die Patienten des Zahnarztes müssten grundsätzlich lange im Wartezimmer auf ihre Behandlung warten. Der Friseur unten im Haus wisse das und habe über dem Hauseingang eine Kamera installiert um sehen zu können, wann ein Patient erscheint.
Über ein akustisches Signal (Klatschen oder Pfeifen) gebe der alarmierte Friseur sofort der dressierten Taube den Befehl, sich ihres Mistes direkt über dem Kopf des Wartenden zu entledigen.
Dieser, wohl wissend, dass er ja genügend Zeit habe, ginge sofort in das Friseurgeschäft um sich neu frisieren zu lassen.
Die Preise seien hier aber so hoch, das kaum jemand das benötigte Kleingeld dabei hätte und mit Karte könne man nicht bezahlen.
Es genüge meistens ein schlichter Hinweis auf das Spielcasino nebenan um die Leute zu einem Besuch dort zu bewegen.
Je nachdem wie oft ein Patient nun schon im Casino gewesen sei, fielen auch seine "Gewinne" hoch oder niedrig aus. Denn er würde bei guten Quoten nicht nur anlässlich eines Termins beim Zahnarzt vorbei schauen. Man kenne ja das Suchtverhalten der Menschen.
Dass das Spielcasino der Frau des Zahnarztes gehöre, verstünde sich außerdem von selbst.
So ein Schwachsinn, kann ich da nur sagen! Natürlich gehört der Frau des Zahnarztes der Frisiersalon!
Tobias
Endlich keine Flugangst mehr!
September 17, 2008
Hallo.
Ich leide unter schrecklicher Flugangst! Deshalb sind wir z.B. noch nie in Angermünde gewesen. Selbst bei so kurzen Strecken bekomme ich im Flugzeug einfach so eine Todespanik, dass ich für nichts mehr garantieren kann.
Tobias hat sich jetzt mal schlau gemacht und ein Angebot einer deutschen Fluggesellschaft entdeckt, das sich genau an Angsthäsinnen wie mich richtet:
„Flugreisen in Vollnarkose“
Ich hatte es erst nicht geglaubt, aber es ist wirklich wahr! Man kann sich während des schlecklichen Fluges von einem Anästhesitenteam komplett betäuben lassen! Vom unsicheren Start bis zur riskanten Landung! Man liegt dabei natürlich auf einer Liege, so wie in einem richtigen Krankenhaus (denn Fliegen ist ja wohl auch echt krank!).

Abb.1 Narkoseabteil
Tobias meinte allerdings, dass diese Flüge an einen Zeltlageraufenthalt in Afghanistan gekoppelt seien und dass einem „Luftwaffeln“ oder so serviert werden, was ich mir aber nicht vorstellen kann, weil man im Tiefschlaf ja nicht nascht.
Erika
So lebt man im Ghetto!
September 15, 2008
Hallo.
Bei uns um die Ecke fängt eine Wohngegend an, die Tobias immer das „Ghetto Sapiensis“ nennt. Was das genau heißt, weiß ich nicht, aber es ist wirklich ein schlimmes Ghetto!
Die Geschäfte, wenn es überhaupt welche gibt, verkaufen nicht moderne Handys oder schicke Klamotten, sondern ganz viel so alten Möbelkram und Schmuck und so.
Die Leute sind ärmlich gekleidet, Adidas oder Nike trägt da niemand. Und die Häuser sind völlig runtergekommen und auch alt. Da hat man es nicht mal mehr für nötig gehalten, den häßlichen Stuck überall zu entfernen. Manchmal wird höchsten hastig über die Fassade gepinselt, damit der Eindruck nicht ganz und gar schäbig ist. Frohe Farben vermisst man dabei natürlich ebenso wie schöne Muster und selbst die Grafitti-Sprüher haben kein Interesse an solch tristen Gebäuden.

Abb.1 marode Fassade
Das Schlimmste aber ist, dass die Häuser langsam drohen einzustürzen. Ich konnte eine Frau beobachten, die die ganze Zeit auf ihrem Balkon stand und den anderen Balkon über sich stützen musste damit er nicht runterkracht. Der auch sehr ärmlich gekleideten Person war das offenbar so unangenehm, dass sie sich so farblos und fahl angepudert hat, dass sie vor der blassen Fassade nicht mehr so auffiel.

Abb.2 Die Hilflose
Man kann nur hoffen, dass bald mal etwas passiert, sonst sieht es in unserer Straße womöglich auch bald so aus!
Erika