Essen wie im Osten!
Oktober 21, 2008
Hallo.
Kürzlich war ich im schönen Bezirk Weißensee unterwegs. Ich hatte nur einen alten Kumpel zu besuchen und ein paar Erledigungen zu machen. Weil es mir hier aber so gut gefiel, dachte ich, es wäre doch mal ganz angebracht, in der Gegend dann abends auch ein bisschen wegzugehen, in Clubs und so.
Aber dann war leider etwas Anderes angebracht, nämlich diese Warnung an einem Laternenmast:
Abb.1 Ostschild
Weggehen hat in (dem nicht ganz grammatikfesten) Weißensee zu so großen Schäden an der Infrastruktur geführt, dass es wenig aussichtsreich erschien, hier abends Spaß zu haben.
Aber man könnte ja wenigstens schön essen gehen, dachte ich mir. Und schon bald kam ich an einem Restaurant vorbei, dessen Untertitel mich allerdings stutzig machte:
Abb.2 Restaurantschild
Essen wie im Osten? Wie soll denn das aussehen? Worin soll es sich denn vom Essen im Westen unterscheiden?
Um dies herauszufinden wählte ich die denkbar einfachste Möglichkeit: Da ich mich ja im Osten befand, suchte ich einfach nach ein paar Beispielgaststätten der Region! Und ich wurde auch schnell fündig.
Als erstes ging ich zu einem Ost-Italiener (Friaul-Julisch Venetien). Hier bekam ich Spaghetti Berlinese serviert:
Abb.3 Pasta im Osten
Die Soße sah zwar aus wie schon mal gegessen, schmeckte aber gut. Irgendwie so ostig! Eigentlich sogar richtig exquisit!
Ich ging dann weiter und landete in einer Imbissbude. Die hatten keine richtigen Mahlzeiten, sondern nur Snacks. Man weiß ja, dass im Osten schon immer ein gewisser Mangel herrschte. Die Snacks waren aber richtig gut! Ich entschied mich für diesen:
Abb.4 Ostern
Es waren zwar nur einfache Muscheln und die schmeckten einfach nach Nichts und ein bisschen Salzwasser, aber schön sättigend waren sie. Ich hätte beinahe kaum meinen proletarischen Nachtisch geschafft:
Abb.5 Ost-Himbeerkuchen
Nebenan beim Bäcker dann gab es leider keine Brötchen mehr sondern nur dieses Gebäck:
Abb.6 Ostgebäck
Aber vorzüglich! Genau wie das Eis in der Eisdiele zwei Ecken weiter:
Abb.7 Osteis
Ich rief natürlich sofort Waltraud an, die sich auch gleich in die nächste S-Bahn setzte und auch nach Weißensee fuhr, damit wir gemeinsam diese Eistorte testen konnten:
Abb.8 Ostdeutsche Eistorte
Jetzt wusste ich, was unter "Essen wie im Osten" zu verstehen war und fuhr zurück nach Charlottenburg um erstmal kein halbes Hähnchen beim Türken zu essen. Wär auch lecker gewesen.
Tobias
Wie Kinder am besten erstmal drogenabhängig werden
Oktober 19, 2008
Hallo.
Um die Ecke haben wir einen schönen Spielzeugladen, in dem es tolles hölzernes Spielzeug, Stoffpuppen und Spritzgusseiserne Spielzeuglokomotiven gibt.
Neu im Angebot sind hölzerne Pfeifen (ohne Abb.), Stoffbecher und Spritzbesteck.
Abb.1 Spritzutensilien für Kinder
Das Konzept geht auf: Die Kinder werden so spielerisch an die heutigen Gefahren für den pubertierenden Großstadtmenschen herangeführt. Sie können sich gefahrlos einen goldenen Schuss setzen oder einfach "Blinde Spirituskuh" spielen.
Gleichzeitig wird natürlich eindringlichst auf die Gefahren des Spiels in der Realität hingewiesen:
Abb.2 Drogentote im Schaufenster
Insgesamt ein schönes Konzept also. Waltraud hat sogar schon gefragt, ob man mit Trockeneis etwaigen Jugendalkoholismus heilen kann.
Tobias
Wie die neue Mitte sich optikmäßig gestaltet
Oktober 17, 2008
Hallo.
Kürzlich bin ich dort mit dem Fahrrad vorbei gefahren, wo bald das neue Stadtschloss stehen wird:

Abb.1 Berlins Mitte
Man sieht ja nun auch schon die ersten, sehr vielversprechenden Grundelemente des Stadtschlosses, die Säulen des Inneren!

Abb.2 Die Säulen des Inneren
Dass dies ein architekturhistorisches Schmankerl, wie auch der Rest der neu erbauten Berliner Mitte (Alexa usw.) wird, steht außer Frage. Man kann nur hoffen, dass der Bürger auch das nötige Kunstverständnis mitbringt.
Tobias
Auf frischer Tat ertappt!
Oktober 15, 2008
Hallo.
Es ist nicht zu fassen! Da kehrt man seiner Stadt mal für ein paar wenige Tage den Rücken und schon läuft alles aus dem Ruder! Die ohnehin schon hohe Kriminalität hier hat sich offenbar ungestört gefühlt und zwischendurch so dermaßen auf den Putz gehauen, dass man es plötzlich mit richtig dreisten Jungs zu tun hat! Dieser Knabe hat sich z.B. frech an dem Pflaumenbaum vor unserem Haus bedient:
Abb.1 Pflaumendieb bei der Arbeit
Das ist organisiertes Verbrechen! Und alle schauen einfach zu!
Ich hatte mir dann eine Zwille genommen und das Schwein vertrieben. Eine Anzeige war nicht mehr nötig, denn in diesem Jahr (wie auch schon den vorherigen) trug der Baum gar keine Früchte. Aber krass, wie weit es schon gekommen ist!!!
Tobias
Paris – Stadt der großen Widersprüche
Oktober 12, 2008
Hallo.
Wir waren verreist und hatten das Internet zu Hause vergessen. Deswegen können wir jetzt erst wieder hier in unser Blog schreiben.
Die Reise war übrigens völlig uninteressant: Paris.
Extrem langweilige Stadt! Da klappt man die Bürgersteige (sehr schmal) schon um sechs hoch. Alles ist genaustens geregelt – sogar das Bisschen Verkehr auf den trostlosen Avenuen der Stadt.
Abb.1 Pariser Straße
Ist doch mal ein bisschen mehr los auf den Straßen, und seien es auch nur ein paar zusätzlich parkende Autos, gerät man sofort in Panik und entfernt sie kostenpflichtig.
Abb.2 Abschleppwahn!
Das Schlimmste sind aber die Hotels! Man zahlt sich nicht nur dumm und dämlich – man wird auch noch bevormundet, gegängelt und insgesamt behandelt wie ein kleines Kind! Besonders Waltraud. Da glauben die wirklich, ich wolle mit dem Fön duschen!
Abb.3 Fön
Dabei weiß jedes Kind, dass aus dem Fön überhaupt kein Wasser rauskommt sondern nur heiße Luft.
Und dann glauben die auch noch, man wisse nicht, wo man hinzupinkeln hat!
Abb.4 "Le Pissoir parisien"
Also gar nicht empfehlenswert die Stadt! Teure Restaurants und ein höchst unterdurchschnittliches Freizeitangebot.
Abb.5 L’addition
Abb.6 Pariser Oktoberfest
Einen Vorteil, wie könnte es anders sein, hat Paris allerdings doch: die Stadt ist sehr sauber. Mindestens alle zwei Wochen wird hier der Müll abgeholt und zu einer der vielen Deponien (Banlieues) gebracht, wo er von meist ausländischen Mitbürgern so weit es geht weiterverwertet wird.
Abb.7 die PSR in Aktion
Wir freuen uns sehr, wieder in Berlin zu sein und Euch über alles auf dem Laufenden halten zu dürfen.
Tobias
Endlich neue Barbies!
September 29, 2008
Hallo.
Endlich gibt es neue Barbie-Puppen! Die sehen jetzt einfach mal so richtig echt aus, wie die Mädchen in den USA eben aussehen. Soooo süüüüß!
Abb.1 "Barbie Adipositas"
Nicht mehr diese Bohnenstangen, die nicht mal mehr auf Laufstegen gefragt sind, sondern Burger und Softeis fressende Dumpfbacken, wie man sie lieb hat und am liebsten ständig knuddeln möchte.
Hurrraaa!
Waltraud
Wie man eine Rezession verhindert
September 26, 2008
Die Finanzmärkte kollabieren. Insolvenzen und Konkurse wohin das Auge blickt.
In der Wilmersdorfer Straße hat man sich auch schon darauf eingestellt.
Und hier schützt man den Konsumenten vor sich selbst! Er wird angehalten, sich von den teuren Geschäften und insbesondere den Immobilienangeboten fernzuhalten und sich stattdessen in die „Billigzone“ zu begeben.
Fraglich ist natürlich, ob das die Rezession hierzulande aufhalten wird, aber der Wille ist immerhin da.
Wie Nachbarn wirklich drauf sind
September 24, 2008
Hallo.
Wenn ich aus dem Küchenfenster blicke, schau ich direkt auf das Schlafzimmerfenster unserer Nachbarn.
Nun ist dies an sich nichts Ungewöhnliches, aber gestern musste ich auf einmal feststellen, dass aus diesem Schlafzimmerfenster ein merkwürdiger Schlauch hing.

Abb.1 Schlauch „Rezzo Azzuro“
Fragen wie „Welche Flüssigkeiten wollen da abgeleitet werden?“ oder „Kann man sich nicht auch mal ein bisschen einschränken?“ drängten sich mir sofort auf.
Da ich durch bloße Betrachtung des Schlafzimmerfensters mit Schlauch aber nicht hinter das Geheimnis dieser Merkwürdigkeit kommen wollte, klingelte ich irgendwann bei den Nachbarn und man zeigte mir die Schlauchanordnung von Innen und in ihrer Gänze.

Abb.2 Absaugvorrichtung
Die hielten es doch tatsächlich für opportun, sich im Schlafzimmer sowohl ein WC als auch ein Waschbecken, wie auch eine Waschmaschine und eine Badewanne zu installieren!
Dass sowas nicht auf Anhieb klappen kann, sollte jedem denkenden Menschen schon im Voraus klar sein; nicht so aber unseren Nachbarn.
Kein Schlafzimmer dieser Welt verfügt über die nötige Anbindung an die Wasseradern seines Hauses. Da half es den Nachbarn auch nicht, zwei Meter Fallrohr dahin zu bauen. Wenn es nirgendwo hinführt, dann kann es noch so modern aussehen – es bringt nichts.
Da weder WC noch Waschbecken über Wasseranschluss verfügen, hat man sich gedacht, dass man sich wegen des verminderten Wasseraufkommens auch Abwasserseitig mit einer Kompromisslösung begnügen kann – der Absauganlage.
Sie saugt die Fäkalien und das wenige aus einer Karaffe stammende Handwaschwasser ab und leitet alles auf dem schnellsten Weg ins Freie. In diesem Fall ist das natürlich der Hinterhof, erreichbar durch das Schlafzimmerfenster.
Ich persönlich halte diese Lösung für suboptimal, zumal die Waschmaschine so noch gar nicht in Betrieb zu nehmen ist.
Vielleicht hätte man auch besser meinen Vater konsultiert. Vielleicht aber auch nicht.
Tobias
Heizpilze sind OUT!
September 22, 2008
Hallo.
Wer kennt sie nicht, die hässlichen, pilzförmigen Metallgebilde, die sich Café- und Kneipenbesitzer seit ein paar Jahren draußen zwischen die Tische stellen.
Das Problem bei den Dingern ist nur, dass sie wärmetechnisch nicht sehr effizient sind. Und man muss ja an den Klimawandel denken!
Abb.1 Heizturm vor Café
Deshalb gibt es jetzt die HEIZTÜRME! Die sind NOCH ineffizienter und heizen das Klima so sehr auf, dass sie sich mittelfristig umso schneller selbst überflüssig machen.
Tolle Sache!
Tobias
Die Charlottenburger Syndikate
September 18, 2008
Hallo.
Leute, die Charlottenburg nicht kennen, haben viele Vorurteile gegen unseren Bezirk.
Hier ein schönes Beispiel:
Als wir an diesem Haus vorbei gingen versuchte mir ein Kumpel aus Friedrichshain weiszumachen, dass hier Zahnarzt, Friseur und Spielcasino unter einer Decke stecken.
Die Patienten des Zahnarztes müssten grundsätzlich lange im Wartezimmer auf ihre Behandlung warten. Der Friseur unten im Haus wisse das und habe über dem Hauseingang eine Kamera installiert um sehen zu können, wann ein Patient erscheint.
Über ein akustisches Signal (Klatschen oder Pfeifen) gebe der alarmierte Friseur sofort der dressierten Taube den Befehl, sich ihres Mistes direkt über dem Kopf des Wartenden zu entledigen.
Dieser, wohl wissend, dass er ja genügend Zeit habe, ginge sofort in das Friseurgeschäft um sich neu frisieren zu lassen.
Die Preise seien hier aber so hoch, das kaum jemand das benötigte Kleingeld dabei hätte und mit Karte könne man nicht bezahlen.
Es genüge meistens ein schlichter Hinweis auf das Spielcasino nebenan um die Leute zu einem Besuch dort zu bewegen.
Je nachdem wie oft ein Patient nun schon im Casino gewesen sei, fielen auch seine "Gewinne" hoch oder niedrig aus. Denn er würde bei guten Quoten nicht nur anlässlich eines Termins beim Zahnarzt vorbei schauen. Man kenne ja das Suchtverhalten der Menschen.
Dass das Spielcasino der Frau des Zahnarztes gehöre, verstünde sich außerdem von selbst.
So ein Schwachsinn, kann ich da nur sagen! Natürlich gehört der Frau des Zahnarztes der Frisiersalon!
Tobias
